Die Pfarrkirche St. Martin


Bereits in der Schenkungsurkunde vom 980 ist eine Kirche in Geisenhausen erwähnt. Die heutige Pfarrkirche, ein spätgotischer Bau aus der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts, ist dem Hl. Martin geweiht (Baubeginn 1477). Bei Ausschachtungsarbeiten für eine Kirchenheizung entdeckte man 1965 den Grundriss einer kleinen romanischen Vorgängerkirche aus Tuffstein. "Wieles an der Kirche erinnert an die St. Martinskirche in Landshut, die auch um 1500 ihre Vollendung entgegenging: Drei Schiffe sind nebeneinander gestellt, die seitlich halb so breit wie das Mittelschiff sind, aber alle fast gleich hoch. So fällt eine Flut von Licht duch die hohen Fenster und erhellt den Raum. Das Hauptschiff setzt sich in einen lichten Chorraum fort, den der Chorbogen kaum merklich trennt. Es ist eine feierliche Halle von schönem Ebenmaß und einladender Ruhe. Durch ihre imposante Gestalt und innere Harmonie wird die Pfarrkirche St. Martin als ein Meisterwerk der spätmittelalterlichen Kirchenbaukunst gerühmt. Leider ist der Baumeister nicht bekannt.


Die Einrichtung stammt aus jüngster Zeit. An der Stelle des einstigen Hochaltars zur 500-Jahrfeier im 1977 au neugotischen Elementen ein Aufbau, der die älteste, gotische Figur der Kirche geherbergt, nämlich St. Martin zu Pferd, der dem knienden Bettler einen Teil seines Mantels gibt. Neben einigen ehrwürdigen Grabmälern beherbergt die Kirche auch jenes steingehauene Antliz (in der Eingangshalle), das seit der Erbauung dieser Kirche außen am Turm angebracht war und wohl als Portrait des Baumeisters gelten darf. Im Jahr 1983 schenkte Frau Singer aus Ebenhausen der Pfarrkirche aus dem Besitz der Familie Lorenzer die Figurengruppe Jesus am Ölberg mit dem tröstenden Engel. Die große Innenrenovierung fand im Sommer 1993 statt. (Prof. Dr. Erich Stahleder).